Unsere Kolumnistin Susi sagt Tschüss – und denkt jetzt mal an sich
susi am 6.12.2011
Ich habe einen Autogenestrainingkurs hinter mir und schlafe jetzt tatsächlich besser. Weniger wegen der Entspannungsübungen, als der Tatsache, dass ich mein Schlafproblem jetzt endlich mal angepackt habe und mich nicht mehr genervt von mir selbst im Bett wälze und denke „ich muss jetzt mal was gegen meine Schlafstörung unternehmen, ich muss jetzt mal so einen Kurs machen“ . Auch die Gespräche mit Gleichgesinnten dort tun mir gut. Dass endlich mal jemand genau weiß, was ich meine und ich nicht immer nur zu hören kriege „wer müde ist, der kann auch schlafen“. Außerdem versuche ich jetzt nach dem Leitsatz „Ich bin ich und nicht die anderen“ zu leben. Wenn ich nun mal meinen Mittagsschlaf brauche, dann ist das eben so, auch wenn es die Nachbarin nicht braucht. Und wenn ich es nicht schaffe, dreimal im Jahr die Fenster zu putzen, sondern nur einmal, dann geht davon die Welt auch nicht unter. Ich habe mir vorgenommen, die für mich wichtigsten Dinge nicht immer aufzuschieben und nicht immer zuerst die für den Haushalt wichtigsten Dinge zu machen z.B. möchte ich mein Fotojahrbuch im PC immer am laufenden halten und neu gemachte Fotos baldmöglichst einzufügen. Das ist mein Hobby und macht mir Spaß, ich habe dann das Gefühl etwas für mich getan zu haben und vorangekommen zu sein. Wenn ich Hausarbeit erledige während Eric schläft, bin ich zwar froh, dass es erledigt ist, aber ich ärgere mich dann auch immer, dass ich die Zeit nicht für meine Dinge genutzt habe und zurück bleibt dann auch immer ein schlechtes Gefühl. Die Wochen rasen und ich komme nicht dazu, die Dinge zu tun, an denen mir wirklich was liegt. Ich kann es folgendermaßen beschreiben:
Ich soll Steine in ein Glas füllen und das Glas ist schon ziemlich voller kleiner Kieselchen. Wie sehr ich mich auch anstrenge, die größeren Steine passen einfach nicht hinein. Wie kann ich auch die großen Steine unterbringen? Ich könnte das Glas ausschütten und zuerst die großen Steinbrocken einfüllen. Die Kieselchen fließen dann wie von selbst in die Zwischenräume. Übertragen auf meine Zeit heißt das: Ich bringe in meinem Zeitplan zuerst die Dinge unter, die mir am Herzen liegen. All die anderen Dinge werden sich ihren Platz sowieso suchen. Diese Anschauung habe ich vor kurzem gelesen und fand sie echt hilfreich.
Eric ist jetzt 1 ½ Jahre und macht große Entwicklungsschritte. Er reiht bis zu 4 Wörter aneinander und kommentiert alles was er sieht und hört. Ob ich meine Hose anziehe, ob ich Zähne putze, ob es beim Nachbarn aus dem Kamin raucht, ob Oma im Untergeschoß die Rollläden zieht, er kommentiert einfach alles und das ist total süß. Er nimmt aktiv am Familienleben teil und hat seinen Platz jetzt nicht mehr als Baby sondern als eigenständiges Persönchen. Meine Sorgen und Ängste einer „Erstgebärenden“ (wie man so schön sagt) werden weniger, alles hat sich prima eingespielt, mein Mann und ich sind durch Eric gewachsen, in jeder Hinsicht. Dies ist heute der letzte Bericht meiner Kolumne. Ich möchte mich bei allen Leserinnen für ihr Interesse und ihre Kommentare bedanken. Ich hoffe ich habe ab und an Euren „Nerv“ getroffen. Es war eine tolle Erfahrung für mich, ich wünsche allen Mamis und ihren Kleinen eine gute Zeit, gute Nächte und gute Nerven.
Tschüss, Eure Susi
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