Kolumne: Tut zuviel Oma gut?
susi am 4.10.2011
Ich hätte gar nicht mal gedacht, dass man so früh schon erziehen kann (muss). Eric ist jetzt fast eineinhalb und wenn er ein Stück Papier oder irgend etwas auf dem Boden in unserer Wohnung findet was dort nicht hingehört konnte ich ihm tatsächlich beibringen, dass es sich hierbei um Abfall handelt und er es in den Mülleimer wirft. Oder er öffnet vor der Wohnungstür selbständig den Klettverschluss seiner Schuhe und wenn ich sie ihm dann ausgezogen habe, macht er die Garderobentüre auf und räumt sie ein (hoffentlich bleibt das so !!!). Danach geht’s ab in die Wohnung, Hausschuhe anziehen und Hände waschen. Und mittlerweile konnte ich unserem Wirbelwind – der sich wirklich noch nie gerne alleine beschäftigen wollte – beibringen, dass Mama vormittags kochen und er sich dann alleine beschäftigen muss. TATSÄCHLICH – und das ist mein größter Erziehungserfolg bislang – beschäftigt er sich dann eine Stunde (für ihn wirklich mega-lang) alleine auf dem Boden oder im Laufstall. Aber das hat alles viel Zeit, Nerven und auch oft schlechtes Gewissen gekostet. Den Einfluss der Großeltern (die Eric vergöttern und ihm JEDEN Wunsch erfüllen), merke ich ansatzweise. Er ist dort wenn ich arbeiten gehe zweimal die Woche einen halben Tag und genießt dann natürlich „Prinzenstatus“. Das ist auch ok so, dafür sind Oma und Opa ja da, aber insgeheim bin ich froh, dass ich nicht mehr Stunden arbeiten gehe, weil diese Betreuung zwar grundsätzlich die beste und liebevollste sein mag, erziehungstechnisch aber speziell für Eric eine kleine Katastrophe wäre. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, hierzu können bestimmt viele Mamis Erfahrungen berichten, aber z.B. drei volle Tage die Woche bei Oma wären für Eric zu viel des Guten und ich wüsste nicht, ob ich dann zuhause mit der nötigen Konsequenz an den Start gehen könnte, weil ich immer das Gefühl hätte, ich müsste an den freien Tagen die versäumte Zeit mit Eric reinholen und mich besonders intensiv um ihn kümmern, somit würde ich unter Umständen auch den ganzen Tag nach seiner Pfeife tanzen und damit zu oft nachgeben.
Es gibt natürlich auch Mamis, die viel Arbeiten müssen, keine Frage, aber dann käme für mich persönlich zusätzlich zur Oma auch noch eine Kita in Betracht. Was meint ihr? Hat zuviel Oma-Kontakt Einfluss auf die Erziehung?
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