Kolumne: Die Sache mit dem Dialekt !

am 21.10.2011

Habe ich mich doch schon damit abfinden müssen, dass Eric den Hund „Wauwau“ und die Kuh „Muh“ nennt, obwohl ich mir einst geschworen hatte, dass mein Kind mal nicht „Wauwau“ sondern „Hund“ sagen wird, von Anfang an wollte ich es ihm so beibringen, das war mein Vorsatz. Bei den Großeltern wollte ich klare Ansagen machen, man sollte gar nicht erst in die Babysprache abrutschen. War wohl nix, die Omas machen was sie wollen und einen riesen Streit wollte ich deswegen nicht vom Zaun brechen, schließlich ist man ja auch dankbar für die Babysitterdienste. Zähneknirschend nehme ich also „Wauwau“, „Muh“ und „Mäh“ in Kauf und dass ihm Opa eine Schildkröte als Frosch verkauft hat (nur weil es leichter auszusprechen sei) habe ich ihm auch schon wieder fast verziehen, weil Eric mittlerweile Frosch und Schildkröte richtig unterscheiden kann. Puh! Nun stehen wir vor dem nächsten Thema: Dialekt! Wir wohnen auf dem schwäbischen Ländle und in den eigenen vier Wänden wird richtig ordentlich Dialekt gesprochen, bei der Arbeit stellen wir auf hochdeutsch um (ein Düsseldorfer wäre allerdings entsetzt, was wir unter hochdeutsch verstehen). Ich bin überhaupt nicht stolz auf diesen Dialekt, ich finde ihn eher beschämend, geht gar nicht. Aber gut, so sind wir eben aufgewachsen. Eric ist schon fleißig am brabbeln, hin und wieder eben auch schwäbische Begriffe. Ich habe mich erwischt, dass ich darüber erschrocken war. Ahhhhh ! Mein Kind soll nicht so sprechen. Er soll zumindest beides lernen, also quasi zweisprachig aufwachsen J. Mein Mann redet „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“, das werde ich ihm auch nicht austreiben können, aber ich werde mich bemühen mit Eric hochdeutsch zu sprechen. Ich kenne Leute, die überhaupt nicht auf hochdeutsch umstellen können, ich finde das eine Katastrophe. Heimatverbundenheit hin oder her, das ist nicht öffentlichkeitstauglich. Ich kann nicht warten bis Eric mit 3 Jahren in den Kindergarten kommt. Die meisten Kinder bei uns auf dem Land nehmen nämlich durch Kindergarten, Schule und Freunde das Hochdeutsch an. Manche Ausnahmen aber bleiben beim ur-schwäbischen und so kann ich mein Kind doch nicht in die Welt „entlassen“. Wahrscheinlich ist meine Sorge unbegründet, wenn nicht sogar übertrieben, vielleicht habe ich darauf gar nicht so großen Einfluss wie ich denke und alles ergibt sich durch Kindergarten/Schule/Freundeskreis? Aber nee, wenn er die ersten 3 Jahre 80 % unter meinem „Redefluss“ steht, dann wird sich das wohl (hoffentlich) auf seine Sprache auswirken.

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Kommentare (2)

 

  1. Ich schätze jeden der informative Lektüre auf blog.baby-walz.de. Ich ganz sicher verbreitet sich der Satz über Ihre Website mit den Menschen. Cheers.

  2. Susanne says:

    Hallo,
    Ich habe meinen Mädchen (21 Monate) von Anfang an z.B. gesagt:”Das ist ein Hund, der macht ‘wauwau’”. Das sind schliesslich Tatsachen und hat mit Babysprache nichts zu tun. Zuerst war das “wauwau”, “miau”, “piep-piep”, usw einfacher für sie – besser Laute benutzen, als sich nicht ausdrücken zu können. Aber inzwischen benutzen sie mehr und mehr die richtigen Worte.
    Was Dialekt angeht, so kann man nur teilweise aus seiner Haut. Bei uns gibt es Plattdeutsch und Hochdeutsch, wobei das Plattdeutsch fast ausstirbt und schon alleine dadurch schützenswert ist. Wir sprechen es aber nicht, schon alleine weil wir nicht wirklich damit aufgewachsen sind. Beim Hochdeutsch schleicht sich immer die lokale Ausdrucksweise mit ein. Ich achte sehr darauf, korrektes Deutsch mit den Mädchen zu sprechen. Aber, ein bisschen lokaler Einfluss kann ja niemandem schaden. Unsere Kinder wachsen, dank ihrem Papa, zweisprachig auf: Deutsch / Französisch. Das ist eine tolle Sache!
    Grüsse!

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